Drei Monate nach der Veröffentlichung weiss ich: Ein Buch zu schreiben ist das eine. Was danach passiert – das ist eine zweite Geschichte. Für jeden Neuautor ist es etwas ganz Besonderes, wenn das eigene Buch im Handel erscheint. Da schwingen viele Gefühle mit – Vorfreude, Erleichterung, Stolz – aber auch eine gewisse Anspannung: Wie werden die Leute darauf reagieren? Wird es überhaupt gekauft? Finden andere gut, was ich geschrieben habe? Und was, wenn sich gar niemand dafür interessiert?

In diesem Artikel möchte ich über ein paar Geschichten und Gedanken berichten, die seit der Veröffentlichung am 18. Februar entstanden sind.

Wie viele Bücher wurden verkauft?

Was wahrscheinlich die meisten interessiert: Wie viele Bücher habe ich bisher verkauft? Stand 24. April sind es: 120 verkaufte Exemplare und rund 150 verkaufte oder verschenkte E-Books (mehr dazu weiter unten).

Kurz gesagt: 270 Menschen haben bisher „Ich will nicht, dass meine Kinder Idioten werden“ gelesen oder zumindest erworben.

Darauf bin ich stolz.

Und gleichzeitig ist mir bewusst: Für viele Autoren sind 270 verkaufte Bücher nichts. Für mich sind sie viel. Und 500 wären für mich ein Grosserfolg.

Als absoluter Neuling, ohne Verlag im Rücken und entsprechend ohne professionelle Vermarktung, ist es extrem schwierig, sich im hart umkämpften Bücherbusiness zu behaupten. Vor allem heutzutage, wenn gefühlt jeder Lehrer und Expat auch noch ein Buch schreiben möchte. 😉 Mein Buch wird in keiner Buchhandlung ausgestellt und ist somit praktisch unsichtbar.

Trotzdem halte ich an meinem Ziel von 500 verkauften Büchern fest.

Reaktionen

Am meisten gespannt war ich auf die Reaktionen. Immerhin gebe ich im Buch teilweise sehr persönliche Einblicke in meine Geschichte und meine Überzeugungen.

Ich habe mich über jede einzelne Rückmeldung gefreut. Nach dem Motto, wie es oft am Eingang eines Supermarktes steht: „Ihr Lob freut uns – Ihre Kritik bringt uns weiter.“

Viele Reaktionen habe ich auf die persönlichen Geschichten erhalten.

Sätze wie: „Genau so ist es“, „Das stimmt!“ oder „Ich habe mich darin wiedererkannt“ habe ich sehr oft gehört – und das hat mich natürlich bestärkt. Genauso wie Rückmeldungen wie: „Du hast mich inspiriert, xy zu versuchen.“

Besonders gefreut hat es mich, wenn ehemalige Schüler – die mittlerweile selbst Eltern sind – sich für das Buch interessiert haben. Wie schön, ihnen auch nach der Schulzeit noch etwas mitgeben zu können.

Oder diese grosse Bibliothek, die mir schrieb, dass sie gleich 10 Exemplare bestellt hat, weil Kunden danach gefragt haben. Was für eine Ehre.

Und besonders stolz macht mich, wenn jemand sagt: „Das Buch hat mir so gut gefallen – ich kaufe gleich noch ein paar Exemplare zum Verschenken.“ Für Freunde oder sogar für die eigenen Kinder (die inzwischen selbst Kinder haben).

„Yverdon?“

Besonders lustig wird es, wenn sich Menschen im Buch wiedererkennen. In der Einleitung erzähle ich die Geschichte eines 16-Jährigen (also von mir), der aufgrund einer Wette einmal splitternackt mit dem Fahrrad durch eine Schweizer Stadt gefahren ist.

Prompt bekam ich per WhatsApp ein Foto dieser Textstelle mit der Frage: „Yverdon?“ Ich musste laut lachen – diese Person war damals dabei und gehörte zu den vier anderen, die je fünf Franken darauf gewettet hatten, dass ich das nicht durchziehen würde.

Bitte gutaussehend

Im Kapitel „Vorlesen“ schreibe ich darüber, dass es eigentlich jeder mag, wenn ihm vorgelesen wird – egal ob jung oder alt. Ich erzähle dort von einem älteren Ehepaar, das sich oft gegenseitig vorliest. Diese Geschichte hat mir eine Freundin vor vielen Jahren erzählt – damals war sie noch nicht einmal alt 😉. Sie ist mir so geblieben, dass sie es ins Buch geschafft hat. Nach dem Lesen meldete sich genau diese Freundin bei mir: Bei der Beschreibung dieser Dame habe sie nur ein Wort vermisst: gutaussehend.

Liebe „Dame“: Falls es eine Neuauflage oder Übersetzung gibt, wirst du als „besonders gutaussehend, charmant und sexy“ beschrieben – versprochen.

Fussball im Himmel

In einer anderen (wahren) Geschichte geht es darum, dass Kinder mitbestimmen dürfen.

Ich erzähle von einem Kindergarten-Theater zu Weihnachten, bei dem neben den drei Königen auch ein FCSG-Fan neben der Jesus-Krippe stand – und wie sich Jesus (neben Weihrauch, Gold und Myrrhe) über das mitgebrachte grün-weisse T-Shirt gefreut hat.

Ein bekennender FC-Luzern-Fan kommentierte trocken: „Jesus war wahrscheinlich farbenblind.“

(Kleiner Seitenhieb nach Luzern: Wer steht am 24. Mai im Cupfinal? Dann sehen wir ja, ob die Elite im Himmel von diesem grün-weissen Geschenk etwas geprägt wurde oder nicht.)

Kritische Stimmen

Natürlich gab es auch kritische Rückmeldungen. Eine lautete: „Das Buch ist gut – aber es ist traurig, dass so ein Buch überhaupt nötig ist.“

Ein berechtigter Gedanke. Erziehung scheint für viele tatsächlich kein selbstverständliches Thema mehr zu sein. Die Person erzählte mir von einer Bekannten, die sich rechtfertigen muss, weil sie „nur“ Hausfrau ist und ihren Fokus auf die Erziehung ihrer Kinder legt. Wie absurd ist das eigentlich?

Eine andere Frage – mit Blick auf den Titel: „Und was, wenn die Kinder schon Idioten sind?“ Vielleicht ist genau das Stoff für ein zweites Buch. Meine Antwort bleibt aber optimistisch: Es ist nie zu spät.

Wenn Kritik weh tut

Mit Kritik kann ich grundsätzlich gut umgehen – wenn sie konstruktiv ist. Als Autor ist man aber auch stark auf Bewertungen angewiesen. Wenn jemand auf Amazon anonym und ohne Begründung eine schlechte Bewertung abgibt (zum Beispiel einfach zwei Sterne ohne Kommentar), dann ärgert und verletzt das. Das ist ein bisschen wie im Restaurant: Der Gast sagt nichts, geht nach Hause – und schreibt dann anonym eine schlechte Bewertung bei Google. Damit kann man mit wenig Aufwand viel Schaden anrichten.

Eine wichtige Erkenntnis

Mir wurde etwas ganz Wichtiges bewusst: Ohne aktive Werbung oder das richtige Netzwerk läuft nichts – egal wie gut das Produkt ist.Ob für Musik, Kunst, Wirtschaft oder eben auch Bücher – Marketing (und Budget) sowie Beziehungen sind die entscheidenden Faktoren.

Das hat mich nachdenklich gemacht: Wie viele Menschen erschaffen grossartige Produkte, haben Talent oder geniale Ideen – und erreichen trotzdem nie ein grösseres Publikum? Wie viel Gutes bleibt verborgen?

Wie geht es weiter?

Am Schreiben habe ich nach wie vor grosse Freude. In meinem Kopf schwirren unzählige Ideen herum – ich weiss nur noch nicht, welche ich als Nächstes angehen soll. Vielleicht kommt auch ein ganz anderes Projekt dazwischen.

Oder zuerst gewinnt einfach mal der FCSG den Cupfinal – und danach entscheide ich weiter.

Danke

Zum Schluss möchte ich mich bedanken. Bei allen, die mein Buch gekauft, weiterempfohlen oder auf Amazon (positiv 😉) bewertet haben. Dank euch lebt mein Ziel weiter: 500 Bücher.

Wenn du das Buch noch nicht kennst: Vielleicht ist jetzt genau der richtige Moment? Oder du wartest bis (voraussichtlich) am 20. Mai, wenn ich auf Amazon wieder eine Gratis-Aktion für E-Books anbieten darf. Auf dieser Webseite informiere ich rechtzeitig darüber.

Danke für eure Unterstützung – muchas gracias!

PS: Falls Du Interesse hast: Buch kaufen


Posted

in

by

Tags:

Newsletter abonnieren

Geben Sie unten Ihre E-Mail-Adresse ein, um Updates zu erhalten.

Entdecke mehr von Silvan Meier

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen