Dieser Text ist kein Reisebericht und auch keine Abenteuergeschichte aus Ecuador. Er ist vielmehr ein Einblick in ein Projekt, mit dem ich seit einem Jahr beschäftigt bin: das Schreiben eines Buches.
Für alle, die sich dafür interessieren, was hinter dem „Autor aus Ecuador“ steckt und wie die Idee entstanden ist, habe ich hier einige Einblicke zusammengestellt.

…es begann in Thailand

Genau heute vor einem Jahr, am 2. Januar 2025, kam ich auf die Idee, ein Buch zu schreiben. Aber wie komme ich überhaupt dazu, ein Buch zu schreiben – in einer Zeit, in der die Menschen fast nur noch Filme schauen und das Lesen von Büchern je länger je mehr verschwindet? Die Geschichte mit dem Autor aus Ecuador hat ihren Ursprung in Thailand. Und zwar an einem Ort, der nicht gerade für Bücher, sondern vor allem für Rotlicht und Nachtleben bekannt ist: in Pattaya.

Die Geburtsstunde der Idee
Damals sass ich mit Vero auf der Terrasse unseres Hotels. Ein beissender Geruch lag in der Luft. In der Nacht zuvor hatte es in der Hotelküche gebrannt. Wir blickten aufs Meer und warteten hungrig auf ein improvisiertes Frühstück. Unser Gespräch drehte sich um das Thema Erziehung. Als Vater und Lehrer hat mich dieses Thema schon immer begeistert. Ich habe viele Bücher dazu gelesen, aber leider nicht sehr viel daraus gelernt: zu viel Theorie, zu wenig Praxis – und zu wenig brauchbarer Inhalt. Und dann war plötzlich diese Idee da: selber ein Buch zu schreiben. Ein Buch aus der Praxis für die Praxis. 70 bereiste Länder, fast 50 Jahre Lebenserfahrung, 20 Jahre davon als Lehrer, 10 Jahre als Vater und berufliche Stationen auf drei Kontinenten: Mit diesem Hintergrund fühlte ich mich bereit, mein Wissen und meine Erfahrungen zum Thema Erziehung aufzuschreiben.


Was im Buch steckt
Das heisst: nicht nur mein Wissen. Denn es gibt Menschen, die noch viel mehr über Erziehung wissen als ich. Zum Beispiel Eltern – da hat jeder seine Geschichten –, Lehrpersonen, Schulleitungen oder Sporttrainer. Und natürlich Kinder selbst. Meine Idee war simpel: genau diese Menschen zu interviewen, ihre Gedanken, Erfahrungen und Tipps zu sammeln, zu sortieren und zu einem Buch zusammenzufassen. Ein Buch, das nach Alltag klingt, nicht nach Universität. Verständlich, gut lesbar, unterhaltsam und praxisnah. Auch meine eigenen Gedanken und Erlebnisse der letzten 20 Jahre im Lehrberuf sollten Platz haben: Spannendes, Schönes, aber auch Schockierendes und Schweres.


Was ich unterwegs gelernt habe
Ich bin dankbar für all das Wissen, das ich während des Schreibprozesses dazugewonnen habe. Und für all die Gespräche und Interviews, in denen mir Menschen sehr persönliche Geschichten zum Thema Erziehung anvertraut haben. Ob das Buch ein Bestseller oder ein Ladenhüter wird, weiss ich nicht – aber für mich als Vater, Lehrer und Mensch war es die sinnvollste und wertvollste Entscheidung, die ich treffen konnte.


Der schwierige Teil: die Vermarktung
Das Schreiben hat mir riesigen Spass gemacht. Nur der nächste Schritt macht mir etwas Sorgen: das Buch zu vermarkten. Als unbekannter Autor fand ich keinen Verlag, der mich unterstützt. Deshalb erscheint das Buch Mitte Februar im Self-Publishing (ich werde auf dieser Webseite informieren). Um Werbung zu machen, muss ich auf Social Media aktiv werden. Sonst wird kaum jemand davon erfahren. Da muss ich über meinen Schatten springen und anfangen zu instagrammen und zu tiktoken. Falls jemand Tips oder Ideen hat, bin ich sehr dankbar.


500 Bücher – und ein Ziel dahinter
Mein Ziel: Ich möchte 500 Bücher verkaufen – was für einen unbekannten Self-Publisher sehr ambitioniert ist. Ab 400 verkauften Exemplaren bin ich im grünen Bereich, dann sind die Kosten fürs Lektorat gedeckt. Alles, was darüber hinausgeht, möchte ich für soziale Zwecke in Ecuador einsetzen: für benachteiligte Familien und Kinder. Es ist für mich selbstverständlich, dem Land, in dem ich lebe, etwas zurückzugeben. Und es ist naheliegend, dass ein Buch über Erziehung Familien zugutekommt, die es dringend brauchen. Ich selbst möchte mit dem Buch nichts verdienen. Ein paar Hundert Franken mehr oder weniger machen für mich (zum Glück) keinen grossen Unterschied. Für viele Familien in Ecuador, die mit 100 USD im Monat auskommen müssen, jedoch schon.
Wenn ich mit dem Verkauf der Bücher im Kleinen etwas Grosses bewirken kann, macht mich das glücklich. Und wenn der Inhalt des Buches dazu beiträgt, dass Kinder liebevoller begleitet und Familien glücklicher werden, dann macht mich das stolz.


Ein würdiger Schluss
Wenn dieses Buch dazu beiträgt, dass Kinder sich entfalten dürfen, Eltern gelassener werden und Familien stärker zusammenfinden, dann hat es seinen Zweck erfüllt. „Ich will nicht, dass meine Kinder Idioten werden“ – das ist nicht nur der Titel des Buches, sondern ein Wunsch. Ein Wunsch für meine Kinder, für deine Kinder und am liebsten für alle Kinder dieser Welt. Wenn dank diesem Buch aus Kindern eines Tages verantwortungsvolle, empathische und kluge Menschen werden, dann hat „der Autor aus Ecuador“ erreicht, was er wollte. Und spätestens dann beginnt die Arbeit am nächsten Buch, für das bereits Ideen vorhanden sind.

Silvan Meier, 2. Januar 2026


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